Reha 2009

Vom 14.08.09 bis zum 11.09.09 war ich zur Reha in Schönau am Königssee. Es war bereits mein. Dritte Reha dort.
Ich fuhr dort hin um zu lernen Infekte nach Möglichkeit zu verhindern und um meinen Muskelaufbau zu intensivieren.
Der Abbau meiner Muskelkraft bekam ich täglich zu spüren. Längere Strecken konnte ich nicht mehr laufen, meine Unsicherheit im Laufen nahm stark zu.
Am ersten Tag in Schönau musste ich gleich zur Lungenfunktion, zur Blutentnahme und EKG und hatten einen Termin zum Arztgespräch.
Die nächsten Tage begannen die ersten Therapien.
Hier mein Therapieplan im Überblick:

-Atemtherapie Einzel und Atemtherapie LTX.
-Schongymanstik LTX, 
-Wärmepackung ( Fango)
-Bindegewebsmassage.
-Vorträge aus medizinischer Sicht, aus sozialer Sicht und aus psychologischer   Sicht.
-Ernährungsberatung.
-Ergotherapie und Progressive  Muskelentspannung.
-fünf Mal die Woche Kraftsport, neben den ganzen Therapiemaßnahmen

Folgende Untersuchngen wurden wöchentlich gemacht:

-1x Blutentnahme
-2xLungenfunktion
-1xEKG.

Wenn es mir gut ging, konnte ich das alles schaffen. Ging es mir schlecht, wurden die Therapien gekürzt. Ich lernte somit mich besser einzuschätzen,was ich mir zutrauen kann, zu erkennen wo meine Grenzen sind.

Sehr hilfreich waren auch die Gespräche mit Ärzten und Therapeuten. Sie waren immer gesprächsbereit, Fragen wurden beantwortet und Anregungen für mich, wie ich meinen Alltag neu gestalten kann. Das waren für mich wichtige Tipps.

Das Essen war in Ordnung, es gab LTX-Kost. Den Transplantierten steht ein Speisesaal zur Verfügung. Das gemeinsame Essen macht sehr viel Spaß, da interessante Gespräche mit den Transplantierten entstanden und ein näheres Kennenlernen möglich war.

Hatte jemand ein Infekt musste er, um eine Ansteckung der anderen Patienten zu vermeiden, auf seinem Zimmer essen.

Ich bekam in Schönau ein für mich neues Hilfsmittel  -BA-tube-,* welches Infekte in Zukunft verringern sollte.
Durch das ein und ausatmen in die Tube erzeuge ich einen  Widerstand in den Bronchien. Dadurch können sich die Bronchien öffnen und das Sekret kann abfließen.

Vor der Reha konnte das Sekret nur schlecht abfließen weil die Bronchien zu eng waren. Die Abstände der Infekte wurden dadurch immer kürzer.
Man empfahl mir in der Klinik, zukünftig einen Rollator zu benutzen um sicherer zu Laufen. Ich probierte ihn aus und habe dabei gemerkt, das ich sicherer Laufe, längere Strecken bewältige und somit mobiler sein kann.

Für mich war diese Reha ein Erfolg und ich habe mir vorgenommen daheim weiter sportlich unterwegs zu sein. Gerade wenn man schon länger transplantiert ist, muss man eine Menge an sich arbeiten.

Ich bin sehr froh das es Schönau gibt, das mir dort geholfen wird, dafür danke ich allen Ärzten, Schwestern und Therapeuten.
Freundlichkeit, Wärme und Verständnis ist in dieser Klinik selbstverständlich.
Ich freue mich darauf wieder kommen zu dürfen.

Meine Ergotherapie

Eine Nebenwirkung der Medikamente ist eine vermehrte Vergesslichkeit. Die Aufklärung dazu bekam ich durch die Ärzte der Klinik in Bad Oeynhausen  und während meiner Ergotherapie in Schönau und später auch hier, zu Hause.

Durch Sauerstoffmangel, während meiner Geburt, sind in meinem Hirn leichte Schäden entstanden. Dadurch musste ich mir von klein auf Alles antrainieren. Mit vielen Wiederholungen. Damit wurde ich  groß. Die letzten Jahre wurde es schlimmer. Ich vergaß Gegenstände, war ständig am suchen, verlegte Schüssel oder sortierte Besteck nicht richtig ein. Ebenfalls hatte ich keinen  Kurzzeit Gefühl mehr. Tätigkeiten, wie Papierkorb weg bringen oder Wäsche in den Schrank packen, dauerten mir zu lange. Ich war nicht mehr in der Lage den Alltag zu bewältigen. Ich machte Fehler über Fehler.

Durch die Reha wusste ich dass nur eines helfen konnte, eine Ergotherapie.  Genau das nahm ich in Angriff.
Bei der Ergotherapie fingen wir sofort mit dem Schulen an. Die erste Zeit ging ich an einen PC. Das Programm ist sehr abwechslungsreich. Ich musste mir Einkaufszettel merken und dann einkaufen. Der PC fing mit drei Sachen ein. Es wurde dann langsam gesteigert. Dann ging man auch daran das späte reagieren zu bearbeiten. Es kamen Gegenstände vom Fließband. Die musste ich jedes Mal die Maus anklicken. Am Anfang hatte ich meine liebe Mühe und Not damit.
Auch Konzentrationsübungen folgten. Als erster merkte ich dass ich wieder besser lesen konnte. Dann merkte ich dass ich kurze Aufgaben besser bewältigen konnte. Ich lernte Alltags Dinge besser abzuspeichern und abzurufen. Ich fing an mich wieder wohler zu fühlen.Für Termine merken installierte ich mir auf meinem PC einen Organzier. Bei diesem Kalender kann ich meine Termine und Geburtstage farbig eintragen und markieren. Für den Haushalt besorgte ich denn  eine Wand Tafel, auf der ich einen Plan schreibe, um meine Aufgaben besser im Griff zu haben. Ich bekam einen guten Überblick und Struktur in meinem Alltag. Solltet Ihr solche Symptome merken,
versucht es mal mit einer Ergotherapie. Es lohnt sich auf jeden Fall.